Begriffe
Begriffe
Wer über Gedächtnis und Lernen spricht, stößt auf viele Begriffe, die sich leicht verwechseln lassen: Wiederholen und Abrufen, verteiltes Lernen und verteilte Wiederholung, Arbeitsgedächtnis und Langzeitgedächtnis. Hier finden Sie kurze Definitionen in einfachen Worten. Sie erheben nicht den Anspruch eines Psychologie-Lehrbuchs, helfen aber, die Lektionen und Methoden des Nachschlagewerks ohne Wörterbuch zu lesen.
Man muss den Namen einer Technik nicht kennen, um sie zu nutzen. Doch das treffende Wort hilft zu erkennen, was genau Sie beim Lernen tun.
So ist der Bereich aufgebaut: Die Begriffe sind nach Themen gruppiert – Gedächtnis, Lernmethoden und Lernorganisation. Die Definitionen sind kurz und allgemein; mehr zu jeder Technik erfahren Sie in den Lektionen und Methoden.
Gedächtnis
- Vergessenskurve
- Von Ebbinghaus beschriebene Gesetzmäßigkeit: Ein großer Teil des Gelernten geht kurz nach dem Lernen verloren, danach verlangsamt sich das Vergessen.
- Arbeitsgedächtnis
- Die Fähigkeit, eine kleine Menge an Informationen im Moment festzuhalten und zu verarbeiten, etwa die Aufgabenstellung beim Lösen. Seine Kapazität ist begrenzt.
- Langzeitgedächtnis
- Speicher für Wissen und Fähigkeiten, die lange erhalten bleiben. Ziel des Lernens ist es, Stoff dorthin zu bringen und ihn von dort wieder abrufen zu können.
- Abruf
- Das Erinnern: der Zugriff auf das, was im Gedächtnis gespeichert ist. Jeder erfolgreiche Abruf erleichtert den nächsten.
- Festigung (Konsolidierung)
- Der Prozess, durch den neues Wissen stabil wird. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Schlaf.
- Testeffekt
- Der Versuch, sich an Stoff zu erinnern, stärkt das Gedächtnis mehr als erneutes Lesen. Untersucht unter anderem von Roediger und Karpicke.
Lernmethoden
- Verteiltes Lernen
- Lerneinheiten zu einem Thema, die zeitlich verteilt sind, statt einer einzigen langen Sitzung am Stück.
- Verteilte Wiederholung
- Ein Wiederholungssystem mit wachsenden Abständen (englisch spaced repetition): Je besser Sie den Stoff beherrschen, desto später kehren Sie zu ihm zurück.
- Selbsttest (Abrufübung)
- Jeder Versuch, Stoff ohne Hilfe abzurufen: Fragen beantworten, Karteikarten, Nacherzählen, Aufgaben lösen.
- Interleaving
- Das Mischen von Aufgaben oder Themen verschiedener Typen in einer Lerneinheit, um zu üben, den passenden Lösungsweg zu wählen.
- Karteikarten
- Karten mit einer Frage auf der einen und der Antwort auf der anderen Seite. Ein klassisches Werkzeug für Selbsttests und verteilte Wiederholung.
- Cornell-Methode
- Mitschreibtechnik von Walter Pauk: eine Spalte für Schlüsselfragen, ein Hauptteil für Notizen und eine Zusammenfassung unten auf der Seite.
Organisation
- Pomodoro-Technik
- Technik von Francesco Cirillo: Arbeit in Blöcken von 25 Minuten mit kurzen Pausen dazwischen.
- Lernziel
- Eine konkrete Beschreibung dessen, was Sie nach der Lerneinheit können sollen. Am besten als Handlung formuliert: erklären, lösen, anwenden.
- Wiederholungsplan
- Ein Kalender, in dem für jedes Thema der erste Durchgang und die späteren Wiederholungen eingetragen sind.
- Wochenbilanz
- Eine kurze Auswertung am Ende der Woche: was geklappt hat, was nicht und was am Zeitplan geändert werden sollte.
- Pause
- Eine geplante Unterbrechung beim Lernen. Sie hilft, die Aufmerksamkeit zu erhalten, und ist keine Prokrastination, solange sie einen Anfang und ein Ende hat.
Verwandte Bereiche
- Lektionen
Kurze Lektionen über das Einprägen, verteilte Wiederholung, Selbsttests, das Mischen von Themen, schwierige Texte und Mitschriften.
- Methoden
Lerntechniken und was die Forschung über sie weiß: Selbsttests, verteiltes Lernen, Vergessenskurve, Pomodoro-Technik und Cornell-Methode.
- FAQ
Antworten zum Nachschlagewerk, zu Lernen und Gedächtnis, zu Prüfungen und Motivation.
Quellen
- H. Ebbinghaus, „Über das Gedächtnis“ (1885)
- Roediger & Karpicke (2006) – Studien zum Testeffekt
- W. Pauk, „How to Study in College“
- F. Cirillo – The Pomodoro Technique
Die Angaben zu Lerntechniken sind allgemein gehalten und stützen sich auf klassische Arbeiten zum Gedächtnis sowie auf Forschungsübersichten, die in den Quellen genannt sind. Wählen Sie Techniken passend zu Ihrer Aufgabe und prüfen Sie, was bei Ihnen persönlich funktioniert.